3. Der Unteroffizier als Ausbilder

3.1. Ziel der Ausbildung

Allgemeines - Ziel der Ausbildung
Das allgemeine Ziel der Ausbildung besteht darin, die Angehörigen der Nationalen Volksarmee politisch-moralisch, militärisch, psychisch und physisch allseitig auf erfolgreiches Handeln im Diensthabenden System, im Gefechtsdienst sowie im Gefecht vorzubereiten und eine ständig hohe Gefechtsbereitschaft der Nationalen Volksarmee zu gewährleisten. Läßt sich der Unteroffizier bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Ausbildung stets von diesem Ziel leiten, dann wird seine Gruppe einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft der Einheit leisten. Dadurch können auch unter schwierigsten Bedingungen entschlossene Handlungen zur Zerschlagung des Gegners durchgeführt, dem Gegner starke Verluste zugefügt und damit die notwendigen Voraussetzungen für den Erfolg im Gefecht geschaffen werden.

Konkretes Ziel der Ausbildung
Das im Ausbildungsprogramm vorgegebene Ziel muß entsprechend den konkreten Bedingungen in der Ausbildungsgruppe präzisiert werden. Zu diesen Bedingungen gehören u. a.: das Niveau der Auszubildendenn hinsichtlich der vorhandenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten; das Stimmungs- und Meinungsbild in der Ausbildungsgruppe; die aktuelle militärpolitische Lage und ihr Einfluß auf die Motivation der Auszubildenden. Im Ergebnis der Präzisierung muß dem Unteroffizier das konkrete Ziel der Ausbildung klar sein, vor allem im Hinblick auf die zu entwickelnden bzw. zu festigenden klassenmäßigen Überzeugungen und moralisch-kämpferischen Eigenschaften (Erziehungsergebnisse) sowie auf das erforderliche Wissen und Können (Ausbildungsergebnisse).

3.2. Prinzipien der Ausbildung und ihre Anwendung durch den Unteroffizier

Prinzipien sind Grundsätze oder Leitsätze. Sie spiegeln hier die Gestzmäßigkeiten des militärpädagogischen Prozesses wider und bestimmen die Tätigkeit des Ausbilders in der Erziehung und Ausbildung. Bestimmte Regeln, die sich aus den Prizipien ableiten lassen, erleichtern dem Ausbilder die Entscheidungsfindung ind der aktuellen pädagogischen Situation. Ein Ausbilder, der die Prinzipien nicht kennt und nutzt, verfällt in "Handwerkelei", bildet nicht zielstrebig aus, überläßt vieles dem Zufall und mißachtet die objektiv wirkenden Gesätzmäßigkeiten. Zum besseren Verständnis werden die einzelnen Prinzipien der Ausbildung getrennt dargestellt. Sie sind aber ein System, in dem sich die einzelnen Teile wechselseitig beeinflussen, und als solches zu nutzen. In der konkreten Ausbildungsstunde kann dieses oder jenes Prinzip hin und wieder stärker beachtet, keines darf aber vernachlässigt werden.

3.2.1. Prinzip der kommunistischen Parteilichkeit und Wissenschaftlichkeit

Diese Prinzip geht davon aus, daß der Inhalt der Ausbildung ebenso wie ihr Ziel gesetzmäßig von der marxistisch-leninistischen Weltanschauung und der Politik der marxistisch-leninistischen Partei der Arbeiterklasse bestimmt wird.

Der Ausbilder muß deshalb jede Ausbildungsstunde parteilich gestalten und sie zielstrebig zur Festigung der sozialistischen Weltanschauung der Armeeangehörigen nutzen.

Den Armeeangehörigen wird in Ausbildung nicht nur militärisches Wissen und Können vermittelt, sondern zugleich parteilich und überzeugend Antwort auf das Warum, Wofür und Wogegen gegeben. Das Prinzip gewährleistet, daß die Armeeangehörigen den politischen Sinn des Ausbildungsstoffes tief erfassen und als persönlich bedeutsam werten. Sie werden dazu erzogen, ihr Vaterland zu lieben, dessen Feinde zu hassen und zutiefst von der Kraft und Macht der sozialistischen Staatengemeinschaft überzeugt zu sein.

Im System der Ausbildungsprinzipien ist dieses Prinzip "Erstes unter Gleichen" und durchdringt alle anderen Prinzipien, sichert deren Wissenschaftlichkeit und Parteilichkeit. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Den Ausbildungsstoff immer vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus aus in voller Übereinstimmung mit der Ideologie und Politik unserer Partei vermitteln. Den Armeeangehörigen die Bedeutsamkeit der anzueignenden Kenntnisse verständlich machen. Ständig die Überlegenheit unserer fortschrittlichen Gesellschaftsordnung über die imperialistische allseitig und einsichtig nachweisen und eine konsequente Auseinandersetzung mit bürgerlichen Auffassungen führen. Inhalt, Form und Methoden der Ausbildung auf den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und Technik aufbauen.

Nie die eigene ideologische Bildung als eine wesentliche Garantie für die Durchsetzung dieses Prinzip vernachlässigen.

3.2.2. Prinzip der Kriegsbezogenheit der Ausbildung

Dieses Prinzip nutzen, heißt die Auszubildendenn alles das lehren, was sie im Kriege benötigen. Dazu muß der Ausbilder jede Ausbildung gefechtsnah gestalten.

Das setzt voraus, daß der Ausbilder reale Vorstellungen vom modernen Gefecht hat und in der Ausbildung Schwierigkeiten gestalten kann, mit denen die Armeeangehörigen im Gefecht konfrontiert werden können; die Armeeangehörigen so ausgebildet werden, daß sie fähig und bereit sind, die Bewaffnung und Kampftechnik optimal zur Vernichtung des Gegners einzusetzen und den Sieg auf dem Gefechtsfeld zu erringen; der Ausbilder die militärische Disziplin bewußt durchsetzt, die Dienstvorschriften und Ausbildungsanleitungen richtig anwendet, gegen jegliche Vereinfachungen und Erleichterungen kämpft und die Ausbildung ideenreich gestaltet; den Armeeangehörigen realistische Vorstellungen über Gegner, seinen moralischen Zustand und die Kampfeigenschaften seiner Bewaffnung und Technik sowie deren verwundbare Stellen vermittelt werden; die Armeeangehörigen kontinuierlich an hohe psychische Belastungen gewöhnt und befähigt werden, über eine längere Dauer unter hoher psychischer Anspannung kämpfen und dabei negative Gefühle überwinden zu können.

Psychische Belastungen werden erreicht durch: hohe Intensität optischer und akustischer Gefechtsenflüsse; Handeln bei angelegter Schutzausrüstung; effektives Handeln unter aktiver Einwirkung des "Gegner"; Informations- und Zeitmangel; Überwindenn von Hindernissen aller Art; Überrollen durch Panzer, Unterwasserfahrt, Havarietraining; Arbeit unter allen klimatischen und Witterungsbedingungen, bei allen Tageszeiten; Schaffen von Überraschungssituationen; Arbeit unter den Bedingungen der Isolierung vom Kollektiv und der Gefahr; Überwinden von Räumen mit Zerstörungen, Bränden und "Aktivierungen"; "Verluste" an Menschen, Material usw. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Bei der Vorbereitung auf jedes Ausbildungsthema überlegen, wie die einzelnen Elemente gefechtsnah gestaltet werden können. Keine Vereinfachungen und unzulässigen Erleichterungen in der Ausbildung dulden. Dadurch entstehen falsche Vorstellungen vom Gefecht, und die Entwicklung militärischer Meisterschaft und moralisch-kämpferischer Eigenschaften wird gehemmt. Nicht nur Kenntnisse vermitteln und Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln, sondern ihre Anwendungsbereitschaft auch unter ständig komplizierten gefechtsnahen Bedingungen stabilisieren. Die Fähigkeit der Armeeangehörigen systematisch ausbauen, sich in allen Situationen zurechtzufinden, die Lage schnell und richtig einschätzen, den Verlauf der Ereignisse möglichst vorauszusehen und den Handlungen des Gegners zuvorzukommen. In der Ausbildung so oft als möglich sinnvolle taktische Einlagen geben, die von den Armeeangehörigenn erhöhte Willensanspannung erfordern und das gefechtsmäßige Verhalten fördern. Nicht nur von den Armeeangehörigen gefechtsmäßiges Verhalten fordern, sondern selbst Vorbild sein.

3.2.3. Prinzip der Bewußtheit und Aktivität der Auszubildenden

Die Ausbildung wird nur dann den angestrebten Erfolg erzielen, wenn die Armeeangehörigen aktiv mitarbeiten und sich das erforderliche Wissen und Können bewußt aneignen. Deswegen muß der Ausbilder das Ziel des bevorstehenden Ausbildungsabschnittes konkret erläutern und die Armeeangehörigen von der gesellschaftlichen und persönlichen Bedeutsamkeit der zu erfüllenden Ausbildungsaufgaben überzeugen. Auch bei der Entwicklung von Fertigkeiten dürfen die verschiedenen Tätigkeiten nicht mechanisch angelernt werden, sondern müssen gleichzeitig mit der Darstellung der Zusammenhänge, des Zusammenwirkens von Teilen usw. verbunden sein.

Die Durchsetzung dieses Prinzips verlangt, daß bei jeder Ausbildung die Bedingungen zur aktiven Betätigung der Armeeangehörigen sorgfältig organisiert werden. Dabei ist der sozialistische Wettbewerb neben der sinnvollen Motivierung ein wichtiges Mittel zur Aktivierung der Armeeangehörigen. Der Wettbewerb soll dazu führen, daß die Ausbildungsaufgaben im Wettstreit in hoher Qualität erfüllt werden. Dieses Prinzip verlangt auch den geplanten und wohlüberlegten Einfluß der Partei- und FDJ-Organisationen. Die Kandidaten und Mitglieder unserer Partei müssen befähigt werden, an der Spitze ihrer Kollektive zu stehen, sie müssen die Bewußtesten und Aktivsten sein.

Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips
Den Armeeangehörigen helfen, damit sie die Ziele und Aufgaben der militärischen Ausbildung verstehen. Ihnen in der praktischen Tätigkeit die Zweckmäßigkeit des Gelernten zeigen. Die Entwicklung der Bewußtheit und Aktivität durch sinnvolle Motivierung der Ausbildung unterstützen. Das Ausbildungsthema methodisch so gestalten, daß sich die Armeeangehörigen aktiv geistig und praktisch mit dem Ausbildungsstoff auseinandersetzen müssen. Das Wetteifern der Armeeangehörigen bei der Erfüllung konkreter Ausbildungsaufgaben und -normen sowie den Leistungsvergleich organisieren. Die Armeeangehörigen befähigen, ihre eigenen und die Handlungen der Mitglieder des Kollektivs richtig einzuschätzen, und das Streben nach Selbsterziehung fördern.

3.2.4. Prinzip der Anschaulichkeit

Mit Hilfe der Anschaulichkeit können den Armeeangehörigen in der Ausbildung konkrete Vorstellungen vermittelt, ihre Aufmerksamkeit erhört, das Wissen gefestigt und die Ausbildung interessanter gestaltet werden.

Der Mensch nimmt etwa 80% aller Eindrücke über den Gesichtssinn wahr. Das muß bei der Vorbereitung der Ausbildung berücksichtigt werden. Bei einer anschaulich gestalteten Ausbildung müssen auch die anderen Sinnesorgane in den Erkenntnisproßes bewußt enbezogen werden. Hierzu wird besonders die Sprache des Ausbilders genutzt. Sie sichert Einfachheit, Klarheit und trotzdem Wissenschaftlichkeit der Darlegungen. Das setzt aber Einfachheit und Klarheit der Gedanken des Ausbilders voraus. Bei der Aneignung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bedienung von Waffen und Kampftechnik muß besonders der Tastsinn beansprucht und ausgeprägt werden. Arten von Anschauungsmaterial natürliche (gegenständliche) Anschauungsmittel, wie reale Waffen, technische Kampfmittel und Geräte; darstellende Anschauungsmittel, wie grafische, textliche und numerische Schemata und Plakate, Bilder und Fotografien, Modelle und Muster, Dias und Lehrfilme sowie Trainingsanlagen der verschiedenen Arten; Mittel der verbal-bildhaften Anschauung, die Nutzung aller sprachlichen Mittel und Möglichkeiten (mitreißende Beschreibung, Vergleich).

Die verschiedenen Arten von Anschauungsmaterial muß der Ausbilder geschickt einsetzen. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Anschaulichkeit soll alle Sinnesorgane beanspruchen. Der Sprache als Anschauungsmittel große Aufmerksamkeit schenken. Qualitativ einwandfreie Anschauungsmittel verwenden und diese zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Den Armeeangehörigen Zeit zum Anschauen und Verarbeiten der Darstellungen geben. Die Möglichkeiten des praktischen Handelns mit den verschiedensten Anschauungsmitteln nutzen.

3.2.5. Prinzip der Systematik und Folgerichtigkeit

Die Durchsetzung dieses Prinzips gewährleistet, daß sich die Armeeangehörigen ein geschlossenes Systemm von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit möglichst geringem Zeit- und Kraftaufwand aneignen.

Die Systematik im Ablauf der Ausbildung ist durch das Ausbildungsprogramm festgelegt. Die Folgerichtigkeit wird durch die Planung der Ausbildung weitgehend gewährleistet. Diese dem Ausbilder vorgegebene Systematik und Folgerichtigkeit muß er bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung jeder Ausbildungsstunde realisieren. Dabei besonders beachten: Der Lehrstoff muß aufeinander aufbauen und das bereits Vermittelte festigen. Bevor Neues vermittelt wird, muß das bereits Gelehrte beherrscht werden, weil es die Basis für das Verstehen des Neuen ist. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Neues mit Bekanntem verbinden. Die Logik der Darlegungen beachten. In der Vermittlung von Wissen und Können erst weitergeben, wenn die Armeeangehörigen das Wesentliche verstanden haben bzw. beherrschen. Notwendige Wiederholungsphasen zur Anwendung und Festigung des bereits Gelernten einplanen. Anstreben, daß die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Armeeangehörigen ein geschlossenes System darstellen.

3.2.6. Prinzip der Faßlichkeit

Die Themen der Ausbildung müssen so faßlich dargeboten werden, daß sich alle Armeangehörigen der Gruppe bei Anspannung ihrer geistigen und körperlichen Kräfte die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignen können.

Dabei achten auf: richtige Auswahl des Schwierigkeitsgrades des Ausbildungsstoffes; zweckmäßige Gestaltung des Verhältnisses zwischen Ausbildungszeit und in ihr zu erfüllenden Ausbildungsaufgaben; differenzierte Beachtung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit der Armeeangehörigen sowie ihres bereits vorhandenes Wissen und Könnens. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Immer an den Ausbildungsstand der Armeeangehörigen anknüpfen. Folgende Schritte beachten: vom Bekannten zum Unbekannten; vom Einfachen zum Komplizierten; vom Leichten zum Schwierigen. Über bzw. Unterforderungen der Armeeangehörigen vermeiden. Jede Aufgabe muß den Einsatz des Willens des Armeeangehörigen verlangen, sein Selbstvertrauen stärken und die Scheu vor schwierigen Aufgaben abbauen. Den Armeeangehörigen Raum zu schöpferischem Denken geben und das Gefühl des Entdeckens von Zusammenhängen erleben lassen.

3.2.7. Prinzip der Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten

Festes und Dauerhaftes Wissen und Können der Armeeangehörigen sind das unerschütterliche Fundament ihrer militärischen Meisterschaft. Festigkeit und Dauerhaftigkeit werden erreicht, wenn die Armeeangehörigen die praktische Bedeutung des Ausbildungsstoffes bzw. der zu erlernenden Tätigkeit begriffen haben; der vermittelte Ausbildungsstoff systematisch wiederholt wird; die Anwendung des Gelernten täglich in den unterschiedlichsten Situationen geübt wird; die Armeeangehörigen systematisch zu selbständiger Arbeit befähigt werden. Das Wissen und Können der Armeeangehörigen muß auch unter den härtesten Bedingungen des modernen Gefechts anwendungsbereit sein. Die Durchsetzung des Prinzips der Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten muß stets mit der psychologischen Vorbereitung der Armeeangehörigen verbunden sein. Denn wer in der Ausbildung gelernt hat, sein Wissen und Können in ständiger Auseinandersetzung mit dem aktiven "Gegner" anzuwenden, und trotz "Ausfällen" an Menschen und Technik die Gefechtsaufgaben erfüllen konnte, wird sich auch im Gefecht von einem heimtückischen Gegner nicht so leicht überraschen oder schocken lassen. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Das Interesse der Armeeangehörigen am Ausbildungsstoff wecken und erhalten. Den Armeeangehörigen die Bedeutung der anzueignenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bewußtmachen. Zur Einschätzung des erreichten Ausbildungsstandes regelmäßig das Wissen und Können der Armeeangehörigen kontrollieren und werten. Den An- und Abmarsch zur Ausbildung sowie die vielfältigen Ausbildungssituationen nutzen, um die Anwendung der Kenntnisse unter immer schwierigeren Bedingungen zu üben und die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Armeeangehörigen in gefechtsnahen Lagen zu stabilisieren.

Die Armeeangehörigen zur Selbstkontrolle befähigen. Die selbständige Tätigkeit der Armeeangehörigen organisieren.

3.2.8. Prinzip der Kollektivität und des individuellen Herangehens

Militärische Tätigkeit ist in erster Linie kollektive Tätigkeit. Je komplizierter die modernen Waffensysteme sind, um so exakter und organisierter müssen die militärischen Kollektive arbeiten, die sie bedienen. Gleichzeitig wächst aber auch die persönliche Verantwortung des einzelnen für die erfolgreiche Erfüllung der Aufgaben des Kollektivs. Schon eine geringe Nachlässigkeit in der Arbeit eines Armeeangehörigen kann den Gefechtserfolg des ganzen Kollektivs gefährden. Kollektivität und individuelles Herangehen in der Ausbildung haben zum Ziel, daß jeder Armeeangehörige seine eigene Tätigkeit völlig beherrscht und als unabdingbaren Teil der Tätigkeit der Gruppe begreift. Wesentlich ist dabei, daß die Armeeangehörigen ihre persönlichen Handlungen und Interessen den kollektiven unterordnen.

Die Kollektivität entwickelt sich am besten in den Kollektiven, in denen eine kameradschaftliche Atmosphäre herrscht, gefestigte sozialistische Beziehungen bestehen und jeder den anderen mit besten Kräften unterstützt. Der Unteroffizier muß daher die Festigung der Geschlossenheit des Kollektivs stets mit der weiteren Ausprägung sozialistischer Beziehungen verbinden. Kollektivität und individuelles Herangehen sind organisch miteinander verbunden, bilden eine Einheit. Jeder Armeeangehörige ist eine Persönlichkeit, die in den gesellschaftlichen Verhältnissen des Sizialismus aufgewachsen ist und eine ausgeprägte Individuualität hat. Versteht es der Unteroffizier, in der Ausbildung die Interessen und Neigungen, Einstellungen und Überzeugungen, das Wissen und Können der einzelnen Armeeangehörigen zu berücksichtigen und darauf aufbauend sein pädagogisches Einwirken zu planen und individuelle Maßnahmen festzulegen, dann erschließt er die Potenzen jedes einzelnen im Interesse hoher Kollektivleistungen. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Den Armeeangehörigen immer wieder deutlich machen, daß militärische Tätigkeit kollektive Tätigkeit ist. Sichern, daß sich individuellen Besonderheiten jedes Armeeangehörigen zu erkennen. Sie äußern sich während der Ausbildung in der Lernfähigkeit (schnelles und leichtes oder langsames und mühseliges Verarbeiten des Stoffes, gründliches oder oberflächliches Eindringen in das Wesen der Probleme); in der Lernhaltung (gute und schlechte Einstellung zur militärischen Meisterschaft); in unterschiedlichen charakterlichen und körperlichen Voraussetzungen. Die Ursachen für Erfolge oder Mißerfolge der Unterstellten sorgfältig aufdecken und geeignete Methoden der Unterstützung festlegen. Mit Hilfe der politisch aktivsten Armeeangehörigen ein günstiges Kollektivklima als Basis für gute Ausbildungserfolge schaffen.

Durch die gute Organisation der Ausbildung die gegenseitige Ersetzbarkeit in der Gruppe garantieren.

3.3. Methoden der Ausbildung und ihre Anwendung durch den Unteroffizier

Ausbildungsmethoden sind Wege und Verfahren, mit deren Hilfe Kenntnisse vermittelt und angeeignet, Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt, hohe politisch-ideologische und moralisch-kämpferische Eigenschaften ausgebildet und zugleich die Geschlossenheit der militärischen Kollektive gewährleistet werden. Der Ausbilder muß seine Ausbildung durch Methodenvielfalt erlebnisbetont sowie abwechslungsreich und interessant gestalten. Er muß ständig an der Vervollkommnung seiner methodischen Meisterschaft arbeiten. Der Unteroffizier als Ausbilder muß folgende methodische Formen kennen und anwenden: Vortrag; Unterrichtsgespräch; Üben; Demonstration; selbstädige Tätigkeit. Zwischen diesen methodischen Formen gibt es sowohl Unterschiede als auch enge Beziehungen. So wird der Vortrag meistens mit dem Gespräch und der Demonstration verbunden, das Gespräch mit der selbständigen Tätigkeit usw. 3.3.1. Vortrag Der Vortrag ist die mündliche Darlegung des Ausbildungsstoffes. Er vermittelt bestimmte Inhalte in gestraffter Form. Der Vortrag darf nicht allzu lang sein, weil die Armeeangehörigen dabei vorwiegend geistig mitarbeiten müssen und sehr hohe Anforderungen an die willkürliche Aufmerksamkeit gestellt werden. Der Ausbilder soll den Vortrag nicht ablesen. Das sichert in hohem Maße den Kontakt zu den Armeeangehörigen, setzt aber voraus, daß der Ausbilder den Ausbildungsstoff einwandfrei beherrscht. Forderungen an die mündliche Darlegung Überzeugungskraft des Wortes; Anschaulichkeit des gebotenen Stoffes; Verständlichkeit im sprachlichen Ausdruck; Einprägsamkeit des Gehörten; Logik im Aufbau der Gedanken; Systematik in der Stoffwahl. Regeln für den Vortrag Klar und deutlich in grammatisch einwandfreien Sätzen sprechen. Kurze Sätze formulieren. Voraussetzungen beim Auszubildenden, besonders beim Gebrauch von Fachbegriffen, beachten. Auf richtiges Sprechtempo achten (70 bis 80 Worte pro Minute). Möglichst frei sprechen. Stereotype Redewendungen und Formalismus vermeiden. Mimik und Gestik sparsam und am richtigen Platz einsetzen. Die Reaktionen der Zuhöhrer beobachten.

Während des Vortrags Fragen stellen, die zum Denken anregen.

3.3.2. Unterrichtsgespräch

Das Unterrichtsgespräch dient der Darlegung und Festigung des Ausbildungsstoffes mittels Dialog oder Frage und Antwort. Es wird genutzt zur Erarbeitung neuer Begriffe und Zusammenhänge, zur Systematisierung und Vertiefung bereits erworbener Kenntnisse sowie zur Überprüfung und Kontrolle.

Das Unterrichtsgespräch fördert die Aufmerksamkeit und die Ausdrucksfähigkeit der Armeeangehörigen. Damit wird zur Entwicklung des Selbstvertrauens beigetragen. In der Ausbildung der Armeeangehörigen ist das Unterrichtsgespräch eine der am häufigsten angewendeten Methoden. Es fördert im hohen Maße den sizialen Kontakt zwischen Ausbilder und Auszubildenden. Gute soziale Beziehungen sind auch eine wesentliche Grundlage für die Gesprächsbereitschaft der Armeeangehörigen. Forderungen an das Unterrichtsgespräch Bei den Armeeangehörigen muß ein Minimum an Wissen vorhanden sein. Das Unterrichtsgespräch muß sich logisch entwickeln. Fragen müssen Glieder einer einheitlichen Kette sein. Fragen müssen dem Ausbildungsziel entsprechen. Die Gesprächsbeteiligung der Armeeangehörigen muß ständig motiviert werden. Das Gespräch muß aufmerksam und sachlich geleitet werden. Regeln für das Unterrichtsgespräch Immer beachten, daß der Erfolg eines Unterrichtsgesprächs von der Vorbereitung abhängt. Gesprächsplan nicht überladen. Für jede Frage eine Antwortstuktur und einige Teilfragen erarbeiten. Zwischen schwierigen und leichten Fragen wechseln. Beim Unterrichtsgespräch mit der ganzen Gruppe arbeiten. Jede Antwort, auch unvollständige, bewerten. Den Armeeangehörigen eine Denkpause zwischen Fragestellung und Antwort geben. Mit Denkanstößen arbeiten. Beweisführung, Auseinandersetzung und Polemik beim Gespräch fördern. Trotzdem beim Thema bleiben. Die Armeeangehörigen zu eigenen Fragestellungen ermuntern. Der Ausbilder führt das Unterrichtsgespräch in erster Linie durch geschickte Fragestellungen. Die Fragen kurz, knapp und grammatisch einwandfrei unter Berücksichtigung des Niveaus der Auszubildenden formulieren. Ketten- bzw. Doppelfragen vermeiden. Keine Suggestivfragen verwenden, bei denen die Antwort schon in der Frage enthalten ist. Die Antwort begründen lassen, wenn Alternativfragen verwendet werden, bei denen die Antwort "Ja" oder "Nein" genügt. Die Fragen an die ganze Gruppe stellen. Denk- und Faktenfragen abwechselnd stellen und dabei den Denkfragen den Vorzug geben.

Kann eine Frage der Armeeangehörigen nicht sofort beantwortet werden, darauf hinweisen, daß sie nach Einholen von Informationen später beantwortet wird. Niemals die Antwort auf eine Frage schuldig bleiben.

3.3.3. Üben

Das Üben ist das vielfache, bewußte und unter immer komplizierten Bedingungen verlaufende Wiederholen bestimmter Elemente und Handlungen.

Durch Üben als wichtigste Methode werden in der Ausbildung bei den Armeeangehörigen stabile militärische Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt und Gewohnheiten diszipilierten Verhaltens herausgebildet. Es sollen aber auch Eigenschaften, wie Aufmerksamkeit, Auffassungsvermögen, Initiative, Kühnheit und Standhaftigkeit, entwickelt und das Vertrauen zur Waffe und zur Technik als eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Erfüllung der Gefechtsaufgaben gefestigt werden. Beim direkten Üben werden im Verlauf der Ausbildung planmäßig bestimmte Fähigkeiten, Fertigkeiten, Gewohnheiten und Eigenschaften herausgebildet (z.B. Ausbildungsthemen, die das Üben der Anschlagsarten mit der Waffe zum Inhalt haben). Beim indirekten Üben werden im Verlaufe der Ausbildung bestimmte Fähigkeiten, Fertigkeiten und Gewohnheiten "nebenbei" weiterentwickelt und gefestigt, ohne daß es den Armeeangehörigen bewußt wird (z.B. Üben der Anschlagsarten mit der Waffe bei der Taktikausbildung). Beide Formen des Übens können meist nicht voneinander getrennt werden. Das direkte Üben ist aber die Basis für das indirekte Üben einzelner Handlungselemente. Regeln für das Üben Den Armeeangehörigen die Übungssituation bewußtmachen, indem Sinn, Zweck, Ziel und Notwendigkeit der Übung erklärt werden.

Das erforderliche Wissen vermitteln und damit gewährleisten, daß die Armeeangehörigen den Inhalt und die exakte Abfolge in der Ausführung der Handlungen genau erkennen. Auf mögliche Schwierigkeiten und Gefahrenquellen hinweisen. (Verfrühtes Üben kostet Zeit und führt zu Fehlern und Mißerfolgen.) Abläufe demonstrieren, denn Erläuterungen allein reichen nicht aus. Den Handlungsablauf langsam, gut sichtbar und von allen Seiten zeigen. Dabei Erfahrungen vermitteln und Kniffe zeigen. Abschließend den Handlungsablauf in ganzer Perfektion vormachen. Den Armeeangehörigen kurze Zeit zum selbständigen Probieren geben. Den Handlungsablauf in Teilen üben lassen. Dabei: Tempo nur langsam erhöhen; grobe Fehler ausschalten, Kleinigkeiten nicht fortwährend bemängeln; Gutes lobend hervorheben und dabei die Armeeangehörigen sowie die Sachverhalte konkret ansprechen. Rechtzeitig zum systematischen Üben der Gesamthandlung übergehen.

Dabei: besonders nach Richtigkeit der Handlungen streben, erst dann das Tempo erhöhen; Beherrschen der Grundelemente immer wieder analysieren und schwache Stellen erneut einzeln üben; selbständig üben lassen; Schwierigkeiten steigern, der Gefechtssituation anpassen, die Handlung gegen Störfaktoren stabil machen; Interesse durch Veränderung der Übungsbediengungen und Einbeziehung des Wettbewerbs wachhalten; von zeitweiligen Rückschlägen nicht entmutigen lassen, die Selbsterziehung im Kollektiv fördern. Wenn die Armeeangehörigen über die geforderten Fertigkeiten verfügen, muß als besondere Form des Übens das Training einsetzen. Dabei wird nichts Neues erlernt, aber bereits entwickelte Fertigkeiten werden vervollkommnet und deren Entwicklung auf dem notwendigen Stand gehalten (Schießtraining, Fahrtraining, Alarmtraining usw.). Der Ausbilder muß dabei unbedingt beachten, daß das Trainieren - wie jedes Üben - neben der Ausprägung entsprechender Fähigkeiten, Fertigkeiten und Gewohnheiten auch der psychologischen Vorbereitung der Armeeangehörigen auf das Gefecht dienen muß.

Dazu werden die Tätigkeiten und Handlungen immer wieder unter psychischer Belastung, in Überraschungssituationen und einer Atmosphäre der Aktivität und schöpferischen Tätigkeit geübt und das Vertrauen der Armeeangehörigen zu den Vorgesetzten sowie zur Waffe, zur Kampftechnik und Ausrüstung gefestigt.

3.3.4. Demonstration

Die Demonstation ist eine wirksame Methode, um den Armeeangehörigen konkrete Vorstellungen vom Aufbau und der Wirkungsweise von Waffen und Kampftechnik, militärischen Handlungen sowie physikalischen, chemischen oder technologischen Prozessen zu vermitteln.

Die Demonstation tritt meist nicht als selbständige methodische Form auf, sondern ist verbunden mit der mündlichen Darlegung. Der Unteroffizier zeigt etwas und erklärt es zu gleicher Zeit. Formen der Demonstration sind: das Vorzeigen (Bilder, Schemata, Waffen, Geräte, Modelle); das Vormachen (Handgriffe, Bewegungsabläufe usw.); das Vorführen (Waffen und Geräte in ihrer Funktion, handelnde Armeeangehörige und Kollektive). Forderungen an die Demonstration Eine Demonstration muß folgerichtig ablaufen. Den Armeeangehörigen müssen starke Eindrücke vermittelt werden. Die Demonstration lenkt den Armeeangehörigen auf das Wesentlichste und schult seine Beobachtungsfähigkeit. Regeln für die Demonstration Die Demonstration mit mündlichen Darlegungen verbinden. Sichern, daß alle Armeeangehörigen die Vorgänge beobachten können. Das Streben der Armeeangehörigen nutzen, einmal Gesehenes nachzuahmen. Den entsprechenden Vorgang (Ablauf) fehlerfrei demonstrieren. Abläufe im Ganzen, danach einzelne Teile der zu erlernenden Handlung demonstrieren. Genügend Zeit für die Demonstration einplanen. Den Unterstellten Zeit zum Beobachten geben. Die Demonstration einzelne Teile der Handlung von den Armeeangehörigen nachmachen und gleichzeitig erläutern lassen.

In der Hauptsache Wesentliches demonstrieren. Schon Bekanntes nicht noch einmal demonstrieren.

3.3.5. Selbständige Tätigkeit

Die selbständige Tätigkeit ist das Festigen früher erworbenen oder das Aneignen neuen Wissens und Könnens ohne unmittelbare Anleitung durch den Ausbilder.

Der Auszubildende kann sowohl während der Gefechtsausbildung und Politischulung als auch in der Freizeit selbständig tätig sein. Selbständige Tätigkeit wird auch miunter als selbständiges Lernen bezeichnet. Aufgrund der gewachsenen Allgemeinbildung der Armeeangehörigen steigen Wert und Anteil der selbständigen Tätigkeit. Die selbständige Tätigkeit als Methode kann bei guter Organisation zu wesentlichen Ergebnissen bei der Erkennungsgewinnung, bei der Festigung der Überzeugungen und der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten der Armeeangehörigen führen.

Das Selbstfinden von Lösungen, das Selbsterkennen von Zusammenhängen bereitet den Armeeangehörigen meist viel Freude, fördert die Entwicklung der Denkfähigkeit und führt zur Stärkung des Selbstvertrauens sowie zur Erhöhung des Selbstbewußtseins. Formen der selbständigen Tätigkeit sind: das Studium von Literatur (Dienstvorschriften, Lesematerial der politischen Schulung u.a.m.); das selbständige Studium der Bewaffnung und Kampftechnik (Vertiefung der Kenntnisse über Bedienungsanleitungen und Instruktionen anhand des konkreten Gerätes, durch Auseinandernehmen und Zusammensetzen von Waffen bzw. anhand von Modellen und Schemata); das selbständige Training zur Vervollkommnung von Fertigkeiten; die selbständige Arbeit zur Anfertigung verbaler oder zeichnerischer Arbeiten (Konspektieren des Gelesenen, Anfertigen von Übersichten, Tabellen, Schemata u.a.m.).

Regeln für die selbständige Tätigkeit
Genau überlegen, welcher Ausbildungsstoff, welches Thema oder welcher Schwerpunkt einer Ausbildungsstunde als selbständige Tätigkeit organisiert werden kann. Die Voraussetzungen der Armeeangehörigen besonders berücksichtigen hinsichtlich: der Gewöhnung an selbständiges Arbeiten; der Fähigkeit, mit Ausbildungsmitteln umzugehen; der Kenntnis der Technik des Studierens; der Fähigkeit, probleme selbständig zu erkennen und zu lösen. Überlegen, welche Ausbildungsmittel benötigt werden. Aufgaben gerecht und an die dafür befähigten Armeeangehörigen verteilen. Die Aufgabenstellung hinsichtlich möglicher Schwierigkeiten analysieren. Bedenken, daß die Effektivität der selbständigen Tätigkeit in hohem Maße vom Ausbildungsstand der Armeeangehörigen und von ihrer Diszipliniertheit abhängt. Überprüfen, ob die Armeeangehörigen über das erforderliche Grundlagenwissen und -können für die selbständige Tätigkeit verfügen. Günstige Arbeitsbedingungen für die selbständige Tätigkeit der Armeeangehörigen organisieren (Raum, Zeit, materielle Mittel). Den Verlauf der selbständigen Tätigkeit und ihre Ergebnisse kontollieren. Die Leistungen der Armeeangehörigen bewerten.

Den Armeeangehörigenn die Ergebnisse der selbständigen Tätigkeit ständig bewußtmachen, Erfolge hervorheben und Mängel aufdecken.

 

4.2.1. Prinzip der kommunistischen Parteilichkeit und Zielstrebigkeit

Dieses Prinzip widerspiegelt den gesetzmäßigen Zusammenhang zwischen der Erziehung der Armeeangehörigen und der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, ihrer Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik.

Der Unteroffizier muß dieses Prinzip als Erfordernis begreifen und die gesamte Erziehung der Armeeangehörigen auf die Anforderungen des Aufbaus des Sozialismus/Kommunismus sowie des militärischen Schutzes der sozialistischen Staatengemeinschaft richten. Kommunistische Zielstrebigkeit und Parteilichkeit orientieren den Unteroffizier auf seine Pflicht, sich im gesamten Ausbildungs- und Erziehungsprozeß von den Ideen des Marxismus-Leninismus leiten lassen. Da dieses Prinzip die wichtigsten Forderungen an das Ziel, den Inhalt und die Methoden der politischen Erziehungsarbeit enthält, hat es im System der Erziehungsprinzipien den führenden Platz. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Klare Vorstellungen über die Überzeugungen; Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen schaffen, die den Armeeangehörigen anerzogen werden müssen. Für jede Ausbildungsmaßnahme konkrete Erziehungsziele erarbeiten. Dabei beachten: die bei der Dienstvorbereitung der Ausbilder befohlenen Erziehungssaufgaben; den Entwicklungsstand der Armeeangehörigen der Gruppe; die erzieherischen Möglichkeiten des Ausbildungsstoffes, der auszuführenden Tätigkeiten der Armeeangehörigen und der eigenen Vorbildwirkung. Für eine überzeugende Motivierung der Erziehungsforderungen sorgen. Dabei: die Zusammenhänge zwischen dem persönlichen Verhalten, der Kampfkraft des Kollektivs und der militärischen Macht des Sozialismus beharrlich erläutern und erlebbar machen; den Armeeangehörigen bei der klassenbezogenen Bewertung persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen des militärischen Lebens helfen. Selbst stets parteilich auftreten. Keine unzulässigen Erleichterungen in der Ausbildung und Unehrlichkeit in der Bewertung der Ausbildungsergebnisse dulden. Die Erziehungsaufgaben gemeinsam mit den Unterstellten lösen. Einen genauen Überblick schaffen, wer im Kollektiv den Ton angibt, und gemeinsam mit diesem Genossen im Kollektiv parteiliche Auffassungen zu den erzieherischen Anforderungen erarbeiten.

Die Vorbildlichkeit der Partei- und aktivsten FDJ-Mitglieder der Gruppe fördern.

4.2.2. Prinzip der Erziehung der Armeeangehörigen in der militärischen Tätigkeit

Dieses Prinzip beruht auf der Erkenntnis der marxistisch-leninistischen Militärpädagogik und -psychologie, daß sich die Eigenschaften des Armeeangehörigen in der Tätigkeit und durch die Tätigkeit entwickeln. Es orientiert auf die Nutzung aller Tätigkeitsbereiche für die Erziehung des Armeeangehörigen und des militärischen Kollektivs. Jeder dieser Bereiche trägt objektiv seinen Teil zur Erfüllung der Erziehungsaufgaben bei.

Wie groß die erzieherische Wirkung der entsprechenden Tätigkeit ist, hängt jedoch nicht nur davon ab, daß die Armeeangehörigen vom Wecken bis zum Zapfenstreich Aufgaben erfüllen. Tätigkeit schlechthin erzieht nicht sozialistisch. Erzieherische Wirkung wird dann erreicht, wenn die Armeeangehörigen das gesellschaftlich Bedeutsame ihres Handelns erleben; der Unteroffizier die Tätigkeit der Unterstellten so organisiert, lenkt und nutzt, daß all jene moralisch-kämpferischen Eigenschaften und militärischen Verhaltensweisen entwickelt werden, die zur erfolgreichen Erfüllung des Fahneneides erforderlich sind. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Den Armeeangehörigen ständig die politische Bedeutung der zu lösenden Aufgaben für den Kampfwert des Kollektivs und die Gefechtsbereitschaft der Einheit bewußtmachen. Eindeutige und klar verständliche Forderungen zur Organisierung und Führung der Tätigkeit der Unterstellten stellen. Dafür sorgen, daß die Forderungen erfüllbar sind; ihre Notwendigkeit erkannt wird; ihre materielle Sicherstellung gewährleistet ist. Umfang, Zeitpunkt und persönliche Verantwortung für die Aufgabenerfüllung exakt festlegen. Systematisch kontrollieren und gründlich bewerten.

Von den Unterstellten nicht nur mutiges, entschlossenes, diszipliniertes und kameradschaftliches Verhalten fordern, sondern Situationen schaffen, in denen die moralisch-kämpferischen Persönlichkeitseigenschaften entwickelt und bewiesen werden müssen.

4.2.3. Prinzip der Erziehung im Kollektiv und durch das Kollektiv

Militärische Tätigkeit ist zutiefst kollektive Tätigkeit. Bewaffnung und Ausrüstung der Armee bestehen in steigendem Maße aus Waffen- und anderen technischen Systemen, die kollektive Meisterschaft, kollektive Fertigkeiten sowie eine optimale Koordination der Kräfte und Mittel im Kollektiv erfordern. Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft werden durch die Qualität der kollektiven Erziehung, durch Kollektivgeist, sozialistische Beziehungen sowie die sozialistische Lebensweise im militärischen Kollektiv direkt beeinflußt.

Die kollektive Erziehung bewirkt entscheidend die innere Festigkeit und Stabilität, den inneren Zusammenhalt des Kollektivs, die echte, gefühlsmäßige Bindung an das Kollektiv und an die Sache der Arbeiterklasse. Erzieherische Möglichkeiten des militärischen Kollektivs Eine besonders wirkungvolle nachhaltige Kraft hat die "öffentliche Meinung" im militärischen Kollektiv. Der Unteroffizier muß sich daher stets auf diese stützen. Dazu muß er eine positive, an der Ideologie und Moral der Arbeiterklasse, ihren Werten und Normen orientierte öffentliche Meinung zu allen wichtigen Ereignissen im Leben seines militärischen Kollektivs organisieren. Er arbeitet dabei mit dem Aktiv, den fortgeschrittensten Genossen (Kommunisten, aktive, bewußte FDJ-Mitglieder, beste Armeeangehörige), erforderlichenfalls mit der FDJ- bzw. Parteigruppe der Einheit zusammen. Mittels Kritik und Selbstkritik, Lob und Tadel, Anerkennung und Ablehnung beeinflußt er mit ihrer Hilfe die voranschreitende Entwicklung seiner Gruppe.

Der Unteroffizier muß die Beziehungen zwischen den Armeeangehörigen zur gegenseitigen Erziehung nutzen. Vor allem in gefestigten Kollektiven können mit Hilfe pädagogischer Einwirkung der Armeeangehörigen untereinader gute Erziehungsergebnisse erreicht werden. Die öffentliche Meinung ist die Einstellung des Kollektivs zu verschiedenen Ereignissen und Erscheinungen im gesellschaftlichen Leben sowie zu Handlungen und Verhaltensweisen des Kollektivs insgesamt als auch jedes seiner Mitglieder in der militärischen Tätigkeit. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Die öffentliche Meinung mit Hilfe der fortgeschrittensten Genossen stets zielstrebig an der Ideologie und Moral, den Normen und Werten der Arbeiterklasse orientieren. Zu allen Ausbildungs- und Erziehungsaufgaben klassenmäßige Einstellungen und Motive schaffen. Solche Triebkräfte der Entwicklung des militärischen Kollektivs wie die führende Rolle der Partei, die sozialistischen Beziehungen, die Kritik und Selbstkritik, den sozialistischen Wettbewerb, die gegenseitig erzieherische Einwirkung, die ständig steigenden Forderungen zur Entwicklung und Festigung des Kollektivs nutzen. Alle wichtigen Ausbildungs- und Erziehungsaufgaben mit dem Kollektiv beraten, zumindest aber mit den fortschreitensten Armeeangehörigen.

Die Erfahrungen der Funktionäre, den Einfluß besonders angesehener und erfahrener Armeeangehöriger sowie die Freundschaftsbeziehungen zwischen den Armeeangehörigen des Kollektivs zur gegenseitigen klassenmäßigen Erziehung und zur Ausprägung sozialistischer Beziehung nutzen. Energisch alle Überreste bürgerlicher Denk- und Verhaltensweisen, wie Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Neid, Mißgunst, Überheblichkeit, Habgier, bekämpfen. Dazu die Kraft der öffentlichen Meinung des Kollektivs nutzen.

4.2.4. Prinzip des individuellen Herangehens in der Erziehung der Armeeangehörigen

Wenn der Unteroffizier jeden Unterstellten allseitig kennt, kann er die Klassenposition und die Persönlichkeittseigenschaften der Armeeangehörigen erfolgreich formen und die richtigen Methoden zu ihrer Erziehung anwenden.

Deshalb orientiert dieses Prinzip auf die Kenntnis der individuellen Besonderheiten der Unterstellten, ihrer individuellen Stärken und Vorzüge und deren kluge, durchdachte Nutzung bei der Erziehung; ein differentes Vorgehen und eine folgenkritische Vorausschau der Wirkung von Erziehungsmaßnahmen aufgrund der genauen Kenntnis der individuellen Besonderheiten; die Berücksichtigung der Schwächen und Mängel eines jeden Armeeangehörigen und deren kontinurierliche Überwindung. Individuelle Besonderheiten sind: Besonderheiten der psychischen Eigenschaften, der Gerichtetheit der Persönlichkeit des Armeeangehörigen, seines Charakters, Temperaments und seiner Fähigkeit; typische Merkmale der Erkennnisprozesse, der Gefühls- und Willensprozesse des jeweiligen Armeeangehörigen; Erfolge und Mängel im persönlichen Ausbildungsstand des Armeeangehörigen, seine konkrete Einstellung zun militärischen Dienst; Gesundheitszustand und körperliche Entwicklung des Armeeangehörigen; das persönliche Engagement des Armeeangehörigen; die Stellung des Armeeangehörigen im Kollektiv, sein Freundeskreis und sein persönlicher Umgang. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips Die Unterstellten systematisch und gründlich studieren und zielstrebig deren individuelle Besonderheiten mit Hilfe aller Methoden des Kennenlernens ermitteln (siehe Teil A, Abschnitt 2.1.). Die individuellen Besonderheiten der Unterstellten systemstisch für die Lösung aller politischen und militärischen Aufgaben der Gruppe nutzen. Bei der Umerziehung einzelner Armeeangehöriger oder bei der Beseitigung einzelner Schwächen und Mängel eines Armeeangehörigen stets auch die öffentliche Meinung des Kollektivs mobilisieren. Diesen Prozeß zugleich zur Erziehung des ganzen Kollektiv nutzen.

Bei der Wahl der Erziehungsmethoden unbedingt die individuellen Besonderheiten des betreffenden Unterstelltenn berücksichtigen und überlegen, welche Wirkungen mit der vorgesehenen Erziehungsmaßnahmen bei ihm zu erwarten sind. Regelmäßig die Ergebnisse der Erziehungsarbeit analysieren und daraus begründete Schlußfolgerungen für die weitere Erziehung jedes einzelnen Unterstellten bzw. für die Erziehung des Kollektivs ableiten.

4.2.5. Prinzip der Orientierung auf das Positive

Mit diesem Prinzip werden die besten positiven Eigenschaften des Menschen nutzbar gemacht, bestärkt, gefördert sowie negative Erscheinungen gehemmt und dadurch dem Positiven der Weg freigemacht.

Wenn sich der Unteroffizier einseitig auf die Beseitung von Mängeln konzentriert, kann er nicht kommunistisch erziehen, weil er so nur als "ewiger Nörgler" wirkt, selbst bei berechtigter Kritik. Der Unteroffizier muß sich auf die Festigung und Förderung des Positiven konzentrieren, an das Gute im MEnschen, sein Streben zum Besseren glauben, es durch Erfolgserlebnisse und entsprechende Anerkennung zur rechten Zeit bekräftigen. Damit werden die Schwächen oder Mängel zwangsläufig gehemmt, zurückgedrängt. Lob, Anerkennung, Zustimmung, also Orientierung auf das Positive, bewirken eine Leistungsverbesserung. Tadel und Kritik führen ebenfalls dazu, aber längst nicht so erfolgreich und schnell. Werden positive Ergebnisse nicht beachtet, verändert sich das Leistungsniveau im wesentlichen nicht. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips An die Erziehung der Unterstellten stets mit einer optimistischen Grundposition, mit der tiefen Überzeugung von der Kraft der kommunistischen Erziehung herangehen. In der Ausbildung nicht überwiegend schlechte Beispiele verwenden, sondern das Gute suchen und die Armeeangehörigen darauf orientieren. Das ist wirkungsvoller, dauerhafter als ständige Kritik. Mit Hilfe des Aktivs (der fortgeschrittensten Genossen) die kollektive Anerkennung positiver Leistungen und Verhaltensweisen (oder die kollektive Ablehnung schlechter Leistungen, negativer Verhaltensweisen) organisieren. Die erzieherische Kraft der "öffentliche Meinung" des Kollektivs nutzen, um Positives zu fördern und Negatives zu hemmen. Lob oder Tadel mit dem Zugführer und mit dem Aktiv beraten. Sichern, daß das Kollektiv dahintersteht (nur so wird die notwendige erzieherische Wirkung erreicht). Für die richtige Proportion zwischen Überzeugung und Zwang, Anerkennung und Ablehnung, Lob und Tadel, Kritik und Selbstkritik bei der Erziehung der Unterstellten sorgen. Die Entwicklung des Neuen, des Positiven unterstützen. Bewährungssituationen zur Entfaltung des Positiven schaffen, so daß jeder Armeeangehörige zeigen kann, was in ihm steckt.

Bei Lob und Tadel Verstand und Gefühl sprechen lassen. Prinzipienfestigkeit mit pädagogischem Takt verbinden. Gerecht, gewissenhaft und feinfühlig sein.

4.2.6. Prinzip der Verbindung hoher Forderungen an die Unterstellten mit Achtung vor ihnen und Sorge um sie

Hohe Forderungen - ideologische, politisch-moralische und Leistungsanforderungen, die im Verlaufe der Dienstzeit systematisch und zielstrebig erhöht werden - sind von grundlegender erzieherischer Bedeutung für die Entwicklung jedes Armeeangehörigen und des gesamten Kollektivs.

Erst in fester Einheit mit der Achtung der persönlichen Würde der Unterstellten und der Sorge um sie gewinnen hohe Forderungen ihre erzieherische Kraft. Stellt der Unteroffizier optimale Forderungen, die den Armeeangehörigen erleben lassen, daß sein Wissen und Können, seine Fähigkeiten, Fertigkeiten usw. anerkannt werden, dann setzt er auch seine ganze Persönlichkeit für die Erfüllung der Aufgaben mit bestmöglichstem Ergebnis ein. Das wiederum hat zur Folge, daß er sich dabei zwangsläufig als Persönlichkeit positiv entwickelt. Wird diese Entwicklung gewürdigt, werden Lob und Anerkennung ausgesprochen, dann hat der Armeeangehörige Erfolgserlebnisse, die künftiges Handeln stimulieren, positives Leistungsstreben und kommunistische Verhaltensweisen fördern. Formen des Forderns durch den Unteroffizier Milde Formen: Kategorische Formen: Bitte; Befehl; Wunsch; Warnung; Anregung; Verbot. Aussprechen von Erwartungen. Regeln zur Durchsetzung dieses Prinzips hohe Forderungen an die Unterstellten stets mit hohen Forderungen an sich selbst verbinden. Ideologische, politisch-moralische und Leistungsforderungen mit dem Ziel der optimalen Belastung des Armeeangehörigen stellen. Alle Forderungen so stellen, daß sie stets zur kommunistischen Erziehung und damit zur Erhöhung von Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft beitragen. Bewährungssituationen für die Armeeangehörigen schaffen, die hohe Anforderungen an ihre moralisch-kämpferischen Qualitäten enthalten und die Entwicklung solcher Eigenschaften wie Siegesgewißheit, Mut, Tapferkeit, Kühnheit, Entschlossenheit, Ausdauer fördern. Konkrete, eindeutige, bewertbare und kontrollierbare Forderungen stellen. Bei ihrer Durchsetzung des Aktiv, die fortgeschrittensten Armeeangehörigen einbeziehen. Hohe Forderungen an die Unterstellten mit Achtung ihrer Persönlichkeit, Aufmerksamkeit, Takt und Fürsorge, Herzlichkeit, Aufrichtigkeit und Wohlwollen verbinden. Die persönlichen Belange der Unterstellten beachten, kameradschaftliche Hilfe erweisen, ohne die militärischen Forderungen herabzusetzen. Persönliche Anerkennung und Wertschätzung bei gezeigten Leistungen und Fortschritten in der Persönlichkeitsentwicklung bekunden. Die Freude des Vorgesetzten über die Leistungen des Unterstellten oder des Kollektivs stets sichtbar werden lassen. Auch die Fortschritte schwächerer Armeeangehöriger loben. Ihnen auch bei geringeren Fortschritten die Achtung und Anerkennung für das ehrliche Bemühen bekunden.

Bei den Forderungen an die Armeeangehörigen Achtung und Anerkennung auch durch individuell angemessenen Spielraum für Initiative, Aktivität, selbständiges und schöpferisches Denken und Handeln sichtbar werden lassen.

 

6. Militärische Körperertüchtigung

Das Ziel und die Aufgaben der militärischen Körperertüchtigungen (MKE) bestehen darin, durch sportliche und militärsportliche Fähigkeiten und Fertigkeiten bei allen Armeeangehörigen ein hohes physisches Leistungsniveau zu erreichen und damit wesentlich zur Stärkung der Kampfkraft und zur Erhöhung der Gefechtsbereitschaft beizutragen.

Dazu: bei allen Armeeangehörigen durch eine regelmäßige und systematische, harte und gefechtsnahe körperliche Ertüchtigung wichtige Merkmale und Eigenschaften der kommunistischen Erziehung, wie Bereitschaft zum kollektiven Handeln, Kühnheit, Mut, Risikobereitschaft, Selbstlosigkeit und bewußte Disziplin, anerziehen und festigen; bei allen Armeeangehörigen die konditionalen Fähigkeiten, Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer, Schnellkraft, Gewandtheit sowie die militärsportlichen Fertigkeiten im Überwinden von Hindernissen, Klettern, Handgranatenwurf, Nahkampf und im militärischen Schwimmen auf einem hohen Niveau ausprägen; allen Armeeangehörigen Grundkenntnisse über Bedeutung und Ziel der körperlichen Ertüchtigung vermitteln und durch eine vielseitig und interessant gestaltete physische Ausbildung das Bedürfnis nach regelmäßiger sportlicher Betätigung anerziehen.

Die MKE umfaßt Frühsport; physische Ausbildung; physisches Training in bewegungsintensiven Zweigen der Gefechtsausbildung. Durch das enge Zusammenwirken dieser Bestandteile kann eine kontinuierliche hohe körperliche Belastung erreicht werden, die zur Steigerung des physischen Leistungsvermögens der Armeeangehörigen führt. Beachte: Hohes Leistungsniveau wird durch leistungssteigerndes und gleichzeitiges Üben aller Armeeangehörigen erreicht. Wichtige Vorraussetzung für das Vollbringen hoher physischer Leistungen ist eine positive Einstellung und gute Leistungsbereitschaft der Armeeangehörigen. Die physische Ausbildung muß das Bedürfnis zur regelmäßigen körperlichen Betätigung entwickeln und entscheidend zur Festigung der militärischen Disziplin und Ordnung beitragen.

6.1. Frühsport

Der Frühsport soll die Armeeangehörigen daran gewöhnen, einen raschen Übergang von der Nachtruhe zu aktivem militärischem Handeln zu vollziehen; zur physischen Leistungssteigerung beitragen; wertvolle Charakter- und Willenseigenschaften herausbilden und festigen; die hygienischen Grundforderungen nach systematischer Abhärtung erfüllen.

Die wichtigsten Prinzipien für den Frühsport sind: gleichzeitige körperliche Belastung für alle Armeeangehörigen; Durchführen im freien; belastungsintensive Gestaltung.

Vorwiegende Übungen sind: Ausdauertraining: Dauerläufe bis 4 km (Intensität bis 80 % zur Höchstleistung); Krafttraining:
Üben mit und an Geräten (Geräte der Kreistrainingsanlage, Frühsportrecks und Frühsportbarren, Kettenglieder, Rundgewichte u. a.) nach der Methode des Kreistrainings;
Überwinden von Hindernissen: Üben an Elementen und Hindernissen der Sturmbahn, Kreistrainingsanlage und beweglichen Hindernissen.

Beachte: Anzugsordnung entsprechend dem Frühsportplan. Vollzähligkeit überprüfen. Mit geringer Belastung (langsames Lauftempo, leichte Gewichte) anfangen und danach steigern. Großgeräte mit mehreren Armeeangehörigen auslasten. Zum Üben für jeden Armeeangehörigen ein Handgerät Bereitstellen. Bei Leistungsunterschieden in Leistungsgruppen üben.

6.2.1. Ausdauertraining

Unter Ausdauer versteht man die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Ermüdung bei lang andauernden Übungen und Belastungen. Es werden folgende Formen der Ausdauer unterschieden:

Langzeit-, Mittelzeit-, Kurzzeitausdauer; Kraftausdauer; Schnelligkeitsausdauer.

Methoden des Ausdauertrainings: Die gebräuchlichsten Methoden des Ausdauertraining sind die Dauermethoden; die Intervallmethoden.
In der militärischen Körperertüchtigung werden die Dauermethoden vorrangig angewendet. Dauermethoden: Kontuierliche Methode; Lauf mit gleichbleibender Geschwindigkeit, Pulsfrequenz zwischen 150 bis 170 Schlägen pro Minute; Wechselmethode: planmäßiger Geschwindigkeitswechsel bei längerer Dauerbelastung;
Fahrtspiel: Der Geschwindigkeitswechsel ist nicht geplant, sondern wird vom Übenden nach seinem Bedürfnis vorgenommen ("Spiel" mit der Geschwindigkeit). Bei diesen Methoden kann die Belastung erhöht werden durch: Verlängern der Übungszeit; Verlängern der Strecke bei gleicher Übungszeit; Verkürzen der Übungszeit bei gleicher Streckenlänge. Intervallmethoden: Langzeitintervallmethode; Mittelzeitintervallmethode; Kurzzeitintervallmethode. Diese Methoden sind durch den planmäßigen Wechsel von Belastungs- und Erholungsphasen charakterisiert. Dabei mit der neuen Belastung bereits beginnen, wenn sich der Organismus noch nicht vollständig erholt hat (Pulsfrequenz etwa 120 bis 130 Schläge pro Minute)
Beispiel für das Intervalltraining: 2x 1 000m, 2x 800m, 2x 400m mit Pausen von drei und zwei Minuten zwischen den Wiederholungsläufen. Hierbei werden Pulswerte von 180 und mehr Schlägen in der Minute erreicht. Die Belastung kann gesteigert werden durch: längere Strecken bei gleicher Pausenzeit; gleiche Strecken bei kürzerer Pausenzeit; Erhöhung der Anzahl der Intervalle. Planung der Laufgeschwindigkeit: Um einen hohen Trainingseffekt zu erreichen, muß die Laufgeschwindigkeit sowohl für einzelne Teilstrecken als auch für die Gesamtstrecke in jeder Stunde geplant werden. Dabei sollte das Tempo systematisch erhöht werden.
Beispiel: In den ersten Stunden Ausdauertraining mit den Zeiten im Notenbereich 3 beginnen. Nach einigen Stunden die in der Lauftabelle vorgegebenen Zeiten im Notenbereich 2 fordern. Danach nach Zeiten im Notenbereich 1 trainieren.

Die in der Lauftabelle vorgegebenen Zeiten sind Zwischenzeiten für die einzelnen Streckenabschnitte. Tabelle 1056.1 Lauftabelle für das Ausdauertraining, unterteilt nach Streckenlängen und Notenbereich. 1 000-m-Norm in min =============================================================================== m 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1 000 Note ================================================================================ 1   19,5 39 58,5 1:18 1:37,5  1:57 2:17 2:36 2:56 3:15
2  20,5 41 61,5 1:22 1:43     2:03 2:34 2:49 3:08 3:25
3  22,5 45 68,5 1:30 1:52     2:15 2:37 3:00 3:23 3:45 ===============================================================================

3 000-m-Norm in min ================================================================================ m 100 200 400 600 800 1 000 1 200 1 600 2 000 2 400 2 800 3 000 Note =============================================================================== 1   22,5 45  1:30 2:16 3:01 3:46  4:31    6:02  7:32     9:02   10:33 11:20
2  23,5 47  1:34 2:21 3:08 3:55  4:42    6:16  7:50     9:24   10:58 11:50
3  26,0 52  1:44 2:39 3:31 4:24  5:17    7:02  8:48   10:33   12:19 13:20 ===============================================================================

5 000-m-Norm in min ================================================================================ m       100  400 800 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000  3.500   4.000 4.500 5.000    Note ================================================================================            1:52 3:45 4:42  7:03    9:24  11:45  14:06 16:27  18:48  21:09 23:30       28      1
          2:00 4:00 4:57  7:25    9:54  12:22  14:59 17:19  19:43  22:16 24:45       30      2
          2:12 4:24 5:30  8:15 11:00   13:45  16:30 19:15   22:00 24:45 27:30       33      3 =============================================================================== Zur Lauftechnik: Bei Langstreckenläufen wird der Rumpf fast aufrecht gehalten. Unterstützt durch den Armeinsatz, schwingen die Schultern im Takt des Laufes leicht mit. Die Füße werden in gerader Richtung flach aufgesetzt. Die Schrittlänge ist individuell verschieden, vergrößert sich jedoch bei kürzeren Laufstrecken. Atem- und Bewegungsrhytmus müssen übereinstimmen. Streckphase, Flugphase und Stützphase bewirken die Vorwärtsbewegung. Entscheidend ist jedoch der Abdruck bei der Streckphase.
Beachte: Ökonomisch laufen heißt: überflüssige, kraftraubende Nebenbewegungen vermeiden; Laufen in Leistungsgruppen; Laufen auf vermessenen Strecken (Flach-, Gelände-, Rund- oder Pendelstrecken).

6.2.2. Krafttraining

Muskelkraft ist die Fähigkeit, wirksam inneren oder äußeren Gegenkräften zu widerstehen oder diese zu überwinden. Im militärischen Dienst wird Kraft in vielfältigster Weise benötigt; z. B. beim Heben oder Tragen von Lasten, beim Überwinden von Hindernissen,, beim Laden der Geschütze und beim Munitionstransport. Im wesentlichen werden drei Hauptformen der Kraft unterschieden: Maximalkraft;K Kraftausdauer; Schnellkraft. Methoden des Krafttrainings: Zur Entwicklung der Kraft werden vorwiegend 2 Methoden angewendet: das dynamische Muskelkrafttraining (steht im Vordergrund); das statische Muskelkrafttraining.
Das dynamische Krafttraining beruht auf einem Wechsel zwischen Anspannen und Erschlaffen der trainierenden Muskeln. Es wird erreicht, indem der zu überwindende Widerstand kleiner als der Krafteinsatz gewählt wird. Dynamische Kraftübungen ermöglichen eine bessere Blut- und Sauerstoffversorgung der Muskulatur als statische Kraftübungen. Dadurch kommt es nicht so leicht zur Ermüdung. Die Übungen können gerichtet sein: auf die Überwindung der Schwerkraft des eigenen Körpers oder verschiedener Körperteile (Hüpfen, Springen, Klettern, Klimmziehen, Armbeugen und -strecken, Kniebeugen, Sprints u. a.). auf die Überwindung eines äußeren Widerstandes (Handgranaten, Rundgewicht, Sandsack, Expander, Ball, Partner u. a.).
Das statische Krafttraining wird durch Muskelanspannung, die ein Halten und Stützen des eigenen Körpergewichts oder Ziehen bzw. Drücken eines äußeren Widerstandes zum Inhalt haben, charakterisiert. Bei angemessener Stärke führt die Anspannung zu einem Muskelzuwachs und damit zur Verbesserung der Muskelkraft. Die Muskelanspannung soll jeweils 6 bis 8 s betragen.

Kreistraining: Das Krafttraining wird in der MKE hauptsächlich als Kreistraining realisiert. Beim Kreistraining üben alle Angehörigen eines Zuges gleichzeitig, einzeln oder in Gruppen von 2 bis 4 Soldaten an mehreren Übungsstationen und wechseln auf Kommando des Vorgesetzten von einer Station zur anderen, wobei nur kurze, zeitlich genau fixierte Pausen festgelegt werden. In der Regel wird der Kreis zwei- bis dreimal durchlaufen. Vorwiegend werden einfache Kraftübungen ausgewählt, die so anzuordnen sind, daß sie nacheinander andere Körperteile in verschiedener Weise belasten. Im Krafttraining wird die Belastung gesteigert durch: größere Gewichte; häufiges Üben in der gleichen Zeit; höhere Dosierung bei gleichlangen Pausen. Eine gebräuchliche Form des Kreistrainings ist das frontale Üben, bei dem alle gleichzeitig diese Übung ausführen (s. Ablauf des Härtekomplexes).

Das Krafttraining umfaßt vorrangig folgende Übungen: kraft-; mut- und gewandtheitsschulende Übungen an Turngeräten, mit und ohne Grät im Kreistraining, wie Klimmziehen, ungleicharmiges Aufstemmen am Hochreck, Gewichtstoßen, Klettern; Überwinden von Hindernissen der Sturmbahn, der Kreistrainingsanlage oder natürlichen Hindernissen. Beachte: Regelmäßig bei systematisch steigender Belastung trainieren. Puls beim Kreistraining kontrollieren. Sicherheit der Geräte und Hindernisse ständig überprüfen.

6.2.3. Schnelligkeitstraining

Schnelligkeit ist die Fähigkeit, sich mit höchstmöglicher Geschwindigkeit fortzubewegen. Sie wird bei kurzzeitigen, schnell auszuführenden militärischen Handlungen leistungsbestimmend, wie beim Überwinden kurzer Geländeabschnitte, im Nahkampf, beim Schwimmen, Werfen, Springen. Es wird unterschieden: Sprintschnelligkeit; Schnellkraft; Schnelligkeitsausdauer. In der MKE wird die Schnelligkeit vorwiegend durch Sprints, Sprung- und Wurfübungen sowie bei Spielen herausgebildet.

6.2.4. Gewandtheitstraining

Gewandtheit ist die Fähigkeit, komplizierte Fertigkeiten auszuführen. Gewandtheit wird benötigt beim Handgranatenwurf, Überwinden von Hindernissen, Klettern, Geländelauf, Nahkampf. Darüber hinaus ist sie bei der Anpassung an veränderte Bedingungen (Wechsel des Bodenbelags, Umgang mit neuen Geräten oder anderer Bekleidung usw.) wichtig. Um schnell Erfolge zu erreichen, sollte nach folgenden methodischen Schritten ausgebildet werden: Veränderung der Geschwindigkeit, der räumlichen Grenzen und der Ausführungsweise; Schaffen zusätzlicher Erschwernisse in der Übung; kombinierte Übungen; Schaffen ungewohnter Bedingungen für die Bewegungsausführung; Rechtshänder sollten auch wie Linkshänder und umgekehrt ausgebildet werden.

 

6.2.5. Sturmbahnausbildung:

Die Sturmbahn ist eine Ausbildungsanlage mit standardisierten Hindernissen. In der Ausbildung werden die Soldaten befähigt, Hindernisse schnell und sicher zu überwinden sowie Handgranaten nach Belastung zielsicher zu werfen.

Überwinden einzelner Hindernisse: In der Ausbildung muß das Überwinden von Hindernissen besonders trainiert werden.

Überwinden von Teilabschnitten auf der Sturmbahn: Damit einzelne Elemente der Sturmbahn intensiver geübt werden können, wird die Sturmbahn in verschiedene Abschnitte unterteilt. Solche Abschnitte können sein: Ausgangsstellung bis Eskalierwand; Klettertau bis Endstellung; 200-m-Rücklauf mit aufgesetzter Schutzmaske.

Art des Hindernisses und Überwindungsmethoden:
Kriechhindernis - Übersteigen, Überflanken, Kriechen, Kriechen und Flanken kombiniert; Sprunggraben - Schrittsprung; Klettertau, vertikal - Kletterschluß, horizontal - Nesthang oder liegend auf dem Tau; Eskalierwand - seitlicher Armhang, Oberarmhang, Aufstemmen. Tunnel - Sprung auf den Sims, Niedersprung in den Tunnel, Kriechen, Ausstieg, Abflanken; Giebelfenster, unten - Durchflanken, oben - mittels Tau durchs Fenster klettern, den Balancierbalken überlaufen, über die Plattform abspringen.
Entsprechend der Notwendigkeit können beliebig andere Abschnitte festgelegt werden.

Gesamtüberwinden der Sturmbahn:
paarweises Überwinden (das 2. Paar folgt, wenn das 1. das Kriechhindernis überwunden hat); gruppenweises Überwinden als Wettkampf; zugweises Überwinden mit kollegtiver Unterstützung; Überwinden entsprechend dem Ablauf nach Normen.

Beachte: Zuerst Einzelhindernisse, dann Hindernisgruppen, danach Teilabschnitte und erst nach Festigung der Technik Sturmbahn insgesamt überwinden. Eine hohe Übungsintensität wird erreicht durch: Üben mehrerer Armeeangehöriger gleichzeitig; Erhöhen des Lauftempos; Verändern der Ausgangsstellung; Anlegen der Schutzmaske.

Merke: Die Waffe außer beim Überwinden der Eskalierwand, beim Klettern und beim Überwinden der Häuserwand in der Hand tragen. Hindernisse vor jeder Ausbildung auf Sicherheit prüfen. Im Winter die Hindernisse von Schnee und Eis befreien. Sicherheitsbestimmungen konsequent einhalten und durchsetzen.

 

Leistungsüberprüfungen

6.4. Leistungsüberprüfungen: Im Verlaufe des Grundwehrdienstes werden in der physischen Ausbildung folgende Leistungsüberprüfungen durchgeführt: Achtertest; Normen der MKE; Härtekomplex.

6.4.1. Achtertest: Zur Überprüfung des physischen Leistungsvermögens neueinberufener Armeeangehöriger und ihrer Leistungsentwicklung im Verlaufe des Grundwehrdienstes wird ein Achtertest durchgeführt. Er umfaßt nachstehende Übungen (mit Mindestforderungen), die in folgender Reihenfolge zu überprüfen sind:

1. 100-m-Lauf 14,6s
2. Liegestütz 20x
3. Klettern 19,0s: in der 1. Stunde;
4. Dreierhopp 6,0m
5. Klimmziehen 6x
6. 3 000-m-Lauf 13:20 min: 2. Stunde
7. Handgranatenwurf 32m
8. 400-m-Sturmbahn 2:40min: 3. Stunde.

Darüber hinaus werden von jedem Armeeangehörigen erfaßt:
Mitgliedschaft im DTSB; Schwimmqualifikation; Besitz des Sportabzeichens der DDR; Prüfungsberechtigung für das Sportabzeichen der DDR; Qualifikation als Übungsleiter.
Damit für alle Armeeangehörigen gleiche Bedingungen für die Überprüfung bestehen, werden: die Übungen in der genannten Reihenfolge durchgeführt; die Übungen entsprechend der DV 010/0/002 und dem Normenkatalog für die Gefechtsausbildung ausgeführt; die Ergebnisse jedes einzelnen gewissenhaft registriert und auf der Grundlage dessen Maßnahmen für die Entwicklung des physischen Leistungsvermögens der Armeeangehörigen festgelegt.

6.4.2. Normen der MKE: Die Entwicklung des physischen Leistungsvermögens der Armeeangehörigen während des Grundwehrdienstes wird periodisch durch die Normen der MKE überprüft. Die Leistungen werden dabei entsprechend den Festlegungen des Normenkatalogs bewertet. Normenüberprüfungen werden am Ende eines Ausbildungshalbjahres oder Lehrjahres, nach Abschluß eines Ausbildungsthemas, bei Abschlußüberprüfungen, Gesamtkontrollen und Inspektionen durchgeführt und zu Höhepunkten in der MKE gestaltet. Zur Einschätzung des körperlichen Leistungsvermögens des Armeeangehörigen müssen mindestens eine Ausdauer- und eine Kraftdisziplin sowie eine Disziplin der militärsportlichen Fertigkeiten (Sturmbahn usw.) überprüft werden.

6.4.3. Härtekomplex: Um die Armeeangehörigen an physische und psychische Höchstleistungen heranzuführen, wird in der physischen Ausbildung der Härtekomplex durchgeführt.In seiner Grundform besteht er aus:

Erwärmungsübungen 10:00min
Wechsel zum Krafttraining 5:00min
Krafttraining im Frontalbetrieb 30:00min
Wechsel zum Start des 1 000-m-Laufs 5:00min
1 000-m-Lauf nach Zeit Mindestnorm 5:00min
Herstellen und Überprüfen der Marschbereitschaft 10:00min
15-km-Eilmarsch, davon vom 4. bis 10.km mit aufgesetzter Schutzmaske, Mindestnorm 140:00min
Vorbereitung zum Überwinden der Sturmbahn 5:00min
Überwinden der Sturmbahn, Norm I (Nr. 7 oder 9) nach Zeit, Mindestnorm 5:00min.

Vorbereitung: Die außerordentlich hohe Belastung während des Härtekomplexes verlangt eine systematische Vorbereitung aller Teilnehmer. Dem Härtekomplex müssen mehrere Stunden Ausdauertraining (Läufe und Märsche) vorausgegangen sein. Vor der Leistungsüberprüfung werden den Armeeangehörigen Sinn, Zweck und Ablauf des Härtekomplexes erklärt, um eine positive Einstellung und hohe Leistungsbereitschaft zu fördern. Bei der Vorbereitung werden Zustand und Sitz der Bekleidung und Ausrüstung überprüft.

Durchführung: Der Härtekomplex muß ein Höhepunkt der Ausbildung sein. Die Anlagen müssen sichtbar markiert und Auswertetafeln vorhanden sein. Die medizinische Sicherstellung muß eine sofortige Hilfeleistung einschließlich der Wiederbelebung und Schockbekämpfung gewährleisten.

Auswertung: Die beim Härtekomplex in den einzelnen Disziplinen und insgesamt erbrachten Leistungen werden nach den dafür gültigen Festlegungen exakt bewertet. Ausgezeichnete Einzel- und Kollektivleistungen werden gewürdigt.

Beachte: Beim Härtekomplex kollektive Hilfe und Unterstützung organisieren (gegenseitiges Ziehen, Schieben und Tragen ist nicht statthaft). Während des Eilmarsches Geschlossenheit der Einheit gewährleisten. Erschöpften Armeeangehörigen entsprechende Hilfe gewähren. Nach Möglichkeit keine öffentlichen Straßen benutzen.

Quelle: Handbuch Militärisches Grundwissen NVA - Ausgabe 10. Auflage, Redaktionsschluß: 15. 11. 1980
Die umfangreiche Arbeit des Abtippens (!) machte sich dankenswerter Weise: Harry Kleinke